Gestern.

125 Jahre Vertrauen,
Wachstum und Innovation.
125 Jahre NOVENTI.

NOVENTI beginnt nicht als Unternehmen, sondern als mutige Idee – angetrieben von der Überzeugung, dass Apotheker ihre Prozesse selbst bestimmen müssen. Daraus wurde eine Erfolgsgeschichte von Menschen, die Kräfte vereinen, um unternehmerische Freiheit zu sichern. Mit Pioniergeist und Ausdauer schaffen sie 1900 das Fundament für das heutige Unternehmen NOVENTI, das durch technische Revolutionen, Marktumbrüche, eine erfolgreiche Sanierung und Transformation bis heute Generationen überdauert. 125 Jahre in der Wirtschaft erzählen eine Geschichte von Mut, Ausdauer und unerschütterlichem Fortschritt. Sie sind der Beweis dafür, dass die Idee von NOVENTI trägt. Hier ist unsere Geschichte:

Meilensteine unserer Geschichte

1900 – die Geburtsstunde der VSA

NOVENTI geht zurück auf die Verrechnungsstelle der Süddeutschen Apotheken (VSA), die aus dem 1900 gegründeten „Verein der Apotheker Münchens“ hervorgegangen ist. Die Eintragung des Vereins am 30. November 1900 gilt als Geburtsstunde der VSA.

1920 – der Startschuss für die heutige Rezeptabrechnung

Ab 1911 erhöht sich der Verwaltungsaufwand für Apotheken. Der Überlieferung nach sammelte der „Verein der Apotheker Münchens“ ab den 1920ern die Rezeptpäckchen seiner Mitglieder ein und leitete diese gebündelt an die Krankenkassen weiter. Ein Schritt mit großer Wirkung. Die damaligen Vereinsvorstände und Apotheker Herrmann Thaler und Karl Bedall haben sicher nicht geahnt, welche Entwicklung der Verein nehmen wird und dass dies der Startschuss für die heutige Rezeptabrechnung ist. 

1960 – eine technische Revolution nimmt ihren Anfang

In den 1960er Jahren wollten Krankenkassen die Rezeptabrechnung übernehmen – doch Apotheker Willy Oehl forderte vehement, dass die Rezeptabrechnung ureigenste Sache von Apotheken sei und bleiben müsse. Er war der unermüdliche Treiber der elektronischen Rezeptabrechnung und wollte sie um jeden Preis umsetzen. Die Hürden waren riesengroß: Ärzte und Krankenkassen mussten dazu bewegt werden, ein einheitliches Rezeptformular einzuführen. Die EDV-Ausstattung musste ausgewählt und angeschafft werden. Unterstützung fand Oehl von Vordenkern in Apothekerkammer und -verband aus Bayern wie Walter Riemerschmid, Gotthard Kollibabe sowie Dr. Alois Feuerecker. Der erste Prototyp für die elektronische Abrechnung steht im Frühjahr 1967.

1967 – bundesweiter Start der ersten elektronischen Rezeptabrechnung

Willy Oehl lebte für seine Vision und hatte in seinem Geschäftsführungszimmer sogar ein Feldbett aufgestellt, um auch nachts erreichbar zu sein und keine Entwicklung zu verpassen. Mitte 1967 startet die Verrechnungsstelle der Bayerischen Apotheken e. V. (kurz: VBA) als Nachfolgeverein der Verrechnungsstelle Münchner Apotheken bundesweit als erste mit der elektronischen Rezeptabrechnung. Ab 1967 liefern hochspezialisierte Belegleser elektronische Rezeptdaten. Vorn in der Mitte auf dem Bild zu sehen: der damalige EDV-Leiter Walter Müller. 

1967 – früher wie heute: NOVENTI steht für Zuverlässigkeit

Seit dem Start der ersten elektronischen Rezeptabrechnung verändert sie sich stetig. Unverändert bleibt jedoch unser hoher Anspruch an Sicherheit – von Beginn an steht NOVENTI für Zuverlässigkeit und legt großen Wert auf präzise Kontrollen. 

1976 – Grundsteinlegung und die ersten 5.000 Mitglieder

Der Grundstein für den Firmensitz am Tomannweg 6 wird gelegt.

1983 – Die Rechtsform ändert sich, apothekereigen bleibt

Anfang der 1980er Jahre hat die VSA mehr als 4.000 Kundinnen und Kunden. Zu viele, um weiter in der Rechtsform eines Vereins zu arbeiten. Der Abrechnungsbetrieb läuft daher ab dem 1. Januar 1983 über eine neu gegründete GmbH: die VSA GmbH. Einziger tätiger Gesellschafter und oberstes Kontrollgremium ist der Förderungsverein der Süddeutschen Apotheken e. V. (kurz: FSA), der durch Umbenennung aus dem VSA e. V. entsteht. An der 1983 geschaffenen Struktur mit einem Verein von Apothekerinnen und Apothekern als Alleingesellschaftern hat sich bis heute nichts geändert: NOVENTI ist zu 100 Prozent apothekereigen und hat rund 3.000 Mitglieder.

1990 – Ausdehnung der Rezeptabrechnung in die neuen Bundesländer

Mit der Deutschen Wiedervereinigung schlagen auch wir ein neues Kapitel auf. Im Herbst 1990 startet die VSA in den Geschäftsstellen in Dresden, Leipzig und Halle mit der vorerst noch manuellen Abrechnung der Rezepte: einfaches Addieren der Rezeptbeträge mit „Addi-Maschinen“. Die „Ost“-Rezeptblätter hätten einer maschinellen Verarbeitung nicht standgehalten, zudem gibt es bis Ende 1990 nur einen einheitlichen Kostenträger. Ab dem 1. Januar 1991 werden das gegliederte Krankenkassensystem sowie das bundeseinheitliche Rezeptblatt in den neuen Bundesländern eingeführt, sodass auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt die elektronische Rezeptabrechnung beginnen kann. Diese Ausdehnung der Rezeptabrechnung bedeutet für die VSA einen enormen Wachstumsschub: Über 6.000 Unternehmen rechnen Ende 1991 ihre Rezepte über die VSA ab, das entspricht einer Beteiligungsquote von mehr als 90 Prozent. 

1996 – digitale Revolution in der Rezeptabrechnung mit neuen Möglichkeiten

Ab Januar 1996 verlangen die Kostenträger zusätzliche Daten, Rezepte müssen nun als digitale Bilder übermittelt werden. Die VSA stellt seine Abrechnungstechnologie auf Image-Processing um, das Rezepte erstmals maschinenlesbar macht: Rezepte werden gescannt und maschinell ausgelesen, der Schritt der händischen Codierung entfällt. Möglich machen das das neue Querformatrezept und die Krankenversichertenkarte – ein Meilenstein mit völlig neuen Möglichkeiten, um zum Beispiel erstmals Zugriff auf Rezept- und Abrechnungsdaten sowie Rezeptbilder über das Internet zu geben.  

1998 – der Vorläufer von apothekeOnline geht online

Mit der Einführung von Image-Processing bieten sich bislang nicht gekannte Möglichkeiten. 1997 bringt die VSA datenPur auf den Markt, ein digitales Rezeptarchiv auf CD mit allen Rezeptdaten und Images der Rezepte. 1998 geht der VSA OnlineService live. Der Vorläufer des heutigen apothekeOnline bietet erstmals Zugriff auf Rezept- und Abrechnungsdaten sowie Rezeptbilder über das Internet. Heute ist apothekeOnline einer unserer am meisten genutzten Services mit vielen Funktionen, die Apotheken Überblick sowie Sicherheit geben. 

1998 – unser Weg in die Software

Genauso wie die Rezeptabrechnung für Apotheken und Gesundheitsfachberufe gehören auch Branchensoftwaresysteme zu unserem Markenkern. Unser Weg in die Software beginnt 1998 und markiert einen strategisch wichtigen Schritt: Die Rezeptabrechnung enger mit den Apotheken-Warenwirtschaftssystemen zu verknüpfen – in Vorbereitung auf das elektronische Rezept. Den Anfang macht der Kauf der Dr.-Ing. Stahl GmbH und damit INFOPHARM (zunächst Anteile, seit 2002 befinden sich alle Anteile bei der VSA). Es folgen die Warenwirtschaftssysteme PHARMASOFT und WABE sowie die Softwaremodule aSuite. Unser Engagement in diesem Bereich ermöglicht es uns seither, ganzheitliche Softwarelösungen anzubieten und Apotheken nicht nur bei der Warenwirtschaft, sondern auch im gesamten Abrechnungsprozess effizient unterstützen. 

2002 – Aufnahme der Rezeptabrechnung für Gesundheitsfachberufe

Es wächst nicht nur unser Unternehmen, sonder wir erweitern auch unser Portfolio. Mit der azh GmbH kommt ein neuer Bereich hinzu: die Abrechnung von Heil- und Hilfsmittelrezepten. Sie führt die Rezeptabrechnung für Gesundheitsfachberufe wie Physiotherapie- und Ergotherapie-Praxen, Sanitätshäuser, Optiker und viele mehr durch und gehört seit 2002 zu NOVENTI. Die azh ging 1983 als Nachfolgegesellschaft der Data-Pharm hervor, die Mitte der 1970er durch den Bayerischen und Baden-Württembergischen Apothekerverband gegründet wurde. Gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Physiotherapie ZVK gründet das Unternehmen 1985 die zrk GmbH. Ein klarer Schritt, der einen Meilenstein für das heutige NOVENTI markiert und zeigt: Wir wollen Partner für die Apotheken und die Gesundheitsfachberufe vor Ort sein.

2004 – Partner für Apotheken und Gesundheitsfachberufe

2004 wird das Abrechnungszentrum ALG in Datteln, Nordrhein-Westfalen, Teil der VSA. Orts- und zeitunabhängig ist dabei eine Sache immer gleich: Das Herz jeder Abrechnung ist das Rechenzentrum. Dieses hat sich mittlerweile nicht nur optisch verändert, auch die Technologie ist eine andere – schneller und präziser. Die VSA-Unternehmensgruppe bündelt 2006 ihre Warenwirtschaftslinien in der neu gegründeten VSA ApothekenSysteme GmbH. Zugleich werden Geschäfts- und Zentralbereiche geschaffen, um Strukturen zu optimieren und Synergien innerhalb der Gruppe gezielt zu nutzen. 

 

2009 – Erweiterung des Produktportfolios im Bereich Warenwirtschaftssysteme

VSA ApothekenSysteme GmbH und PRO MEDISOFT AG mit ihrem Produkt PROKAS schließen sich zusammen, es entsteht die awinta GmbH. 2014 wird die awinta GmbH eine 100-prozentige Tochter der VSA. 

2016 – Dachgesellschaft NOVENTI GmbH entsteht

NOVENTI hat sich von einer Gruppe eigenständiger Unternehmen zur NOVENTI Unternehmensgruppe entwickelt. Zu uns gehören viele Marken, Kompetenzen und Lösungen, die Teil unseres großen Ganzen sind. Eine Idee mit wegweisender Wirkung: Was vor 125 Jahren mit einem kleinen Verein begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte. Eine Geschichte, die von stetigem Wandel und fortwährender Innovation geprägt ist. Ein Weg, der zeigt: Wir denken Gesundheit immer weiter – und immer digital. 2016 werden der Abrechnungs- und IT-Bereich der bisherigen VSA als neue VSA GmbH zusammengefasst und unter eine neu gegründete Dachgesellschaft gestellt: die NOVENTI GmbH. 

2017 – Ausbau des Serviceangebots

Durch den gezielten Zukauf weiterer Abrechnungszentren wie des Schweriner Rechenzentrums für Heilberufe (SRZH) und des Schweriner Apothekenrechenzentrums (sarz) im Jahr 2017 hat NOVENTI das Serviceangebot für Apotheken und Gesundheitsfachberufe weiter ausgebaut. 

2018 – alle Abrechnungsgesellschaften und -produkte gebündelt

NOVENTI benennt die azh in NOVENTI HealthCare GmbH (kurz: NHC) um. Seit 2018 sind in der NHC alle Abrechnungsgesellschaften und -produkte gebündelt.

2021 – digitale Innovationen für Kundinnen und Kunden

NOVENTI startet die Abrechnung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) und verlegt seinen Firmenhauptsitz in die Macherei München. 
Damit Apotheken ihre Kundinnen und Kunden auch online erreichen können, gründet NOVENTI 2021 gemeinsam mit Partnern wie Sanacorp gesund.de, Deutschlands erste zentrale Gesundheitsplattform.  

2022 – eine Veränderung, die NOVENTI zukunftsfähig macht

NOVENTI stellt im September 2022 seinen Vorstand neu auf und startet mit dem Vorstandsduo Mark Böhm und Frank Steimel das Programm „Fokussierung 2025“. NOVENTI konzentriert sich auf sein erfolgreiches Kerngeschäft in den Bereichen Abrechnung, Warenwirtschaft sowie Branchensoftware. Seitdem setzen wir unsere strategische Ausrichtung konsequent fort: Seit dem 1. Oktober 2024 ist Lars Polap neuer Vorstand IT und wird den kontinuierlichen Ausbau des Technologiebereichs ebenso vorantreiben wie die Weiterentwicklung innovativer Produkte auf Basis modernster IT-Lösungen. Das Vorstandsteam NOVENTI im Jahr 2025 (von links nach rechts): Lars Polap (Vorstand), Mark Böhm (Vorstandsvorsitzender) und Frank Steimel (stellvertretender Vorstandsvorsitzender). 

2024 – die strategische Fokussierung zahlt sich aus

NOVENTI erzielt sichtbare Fortschritte und begleitet 2024 seine Kundinnen und Kunden bestmöglich bei der verpflichtenden und flächendeckenden Einführung des E-Rezepts: In diesem Jahr rechnet das Unternehmen 171 Millionen E-Rezepte ab – ein Drittel aller E-Rezepte in Deutschland. Rund 70 Prozent aller bei NOVENTI abgerechneten Rezepte sind E-Rezepte. Eine Entwicklung, die die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreibt. 2024 bietet NOVENTI zudem mit NOVENTI Connect TIaaS Apotheken sowie Heilmittelpraxen eine sichere und zukunftsfähige TI-Anbindung. 

2025 – NOVENTI ist Deutschlands bestes Abrechnungszentrum

2025 haben Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker NOVENTI erneut zum „Besten Abrechnungszentrum Deutschlands“ gewählt. Insgesamt ist das die 7. Auszeichnung in Folge. Das Ergebnis der „Coop-Study 2025“ unterstreicht unsere unangefochtene Markt- und Qualitätsführerschaft im Bereich der Rezeptabrechnung. Die Auszeichnung wird seit 2009 jährlich vergeben. Erstmalig hat NOVENTI diesen Preis 2013 entgegengenommen. Im Bild: Mark Böhm, Vorstandsvorsitzender NOVENTI, (links) und Jan Tittelbach, Chefredakteur "Die erfolgreiche Apotheke".

 

2025 – nachhaltiges Wachstum mit Kundinnen und Kunden im Fokus

NOVENTI wächst nachhaltig als Qualitätsführer. 2025 feiern wir 125 Jahre unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Gesundheit gestalten“. Die Maxime von Willy Oehl, dass Rezeptabrechnung in Apothekerhand gehört, prägt uns bis heute. Unter dem Schwerpunktthema Innovation & Wachstum erschließen wir gezielt neue Entwicklungspotenziale mit dem Ziel, unsere Kundinnen und Kunden nachhaltig zu stärken. Die Kombination aus langjähriger Erfahrung, neuen Technologien und einem günstigen Marktumfeld macht uns bereit für die Zukunft und stärkt unsere Rolle als verlässlicher Partner im Gesundheitswesen. 

Von verschnürten Rezeptpäckchen zur elektronischen Verrechnungsstelle

Lesezeit: 8 Minuten
Am 30. November 1900 lassen fünf engagierte Apotheker den „Verein der Apotheker Münchens e. V.“ ins Register eintragen. Ihr Ziel ist pragmatisch – und zugleich visionär: die zeitintensive manuelle Abrechnung von Rezepten gegenüber den Krankenkassen zu bündeln, zu vereinfachen und dabei in der Verantwortung der Apotheke zu belassen. Hier nahm der Weg von NOVENTI seinen erfolgreichen Anfang.

In den 1910er Jahren beginnt die flächendeckende Übernahme der Arzneimittelkosten durch Krankenkassen. In den 1920er Jahren tritt eine umfangreiche Reichsversicherungsordnung neu in Kraft – in einer Zeit, in der Rezepte noch von Hand addiert und Belege einzeln bei den Kassen eingereicht werden, schnellt der Verwaltungsaufwand der Apotheken exponentiell in die Höhe. Der Verein beginnt, die Rezeptpäckchen seiner Mitglieder einzusammeln und gebündelt weiterzuleiten. Was nach Verwaltung klingt, ist in Wahrheit ein mutiger Akt unternehmerischer Selbstbestimmung: Apotheken organisieren ihre Prozesse selbst – gemeinschaftlich, effizient, vorausschauend. Diese Grundhaltung prägt NOVENTI bis heute.

Mitte der 1950er Jahre übernahm die Verrechnungsstelle Münchner Apotheken (VMA), der organisatorische Vorläufer vom heutigen NOVENTI. 

Holger Wessling, Aufsichtsratsvorsitzender NOVENTI Health SE

NOVENTI wurde von Visionären aufgebaut – mit Leidenschaft, Durchhaltevermögen und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse im Gesundheitswesen. Diese Haltung lebt bis heute weiter in allem, was wir tun.

Die erste technische Revolution: das Rechenzentrum der Apotheker

In den 1960er Jahren kündigt sich eine technische Revolution an: Die elektronische Datenverarbeitung hält Einzug. Krankenkassen und ihre Verbände wollen im Zuge dieser Entwicklung die Rezeptabrechnung an sich ziehen. Aber schon früh zeigt sich, dass es nicht um Technik allein geht, sondern um Verantwortung.  

Willy Oehl, damals Geschäftsführer und maßgeblich treibende Kraft hinter der in Deutschland gerade beginnenden elektronischen Rezeptabrechnung, formuliert, was bis heute als Leitmotiv gilt: Die Abrechnung ist eine unserer ureigensten Aufgaben: „Das bleibt Sache der Apotheker”.

Die mit der elektronischen Abrechnung verbundenen Hürden waren allerdings gewaltig: Neben neuen, einheitlichen Rezeptstandards und Verträgen mit den Krankenkassen musste die gesamte Infrastruktur aus Codiergeräten, Beleglesern und Großrechnern erst finanziert und aufgebaut werden. Willy Oehl hatte zu der Zeit in in seinem Büro sogar ein Feldbett aufstellt, um Tag und Nacht erreichbar zu sein.

Mitte 1967 ist es so weit: Die Verrechnungsstelle der Bayerischen Apotheken (VBA) startet als erstes Rechenzentrum bundesweit mit der elektronischen Rezeptabrechnung mit hochspezialisierten Beleglesern. Bald schließen sich Apotheken aus Baden-Württemberg an, 1972 folgt die Umbenennung in Verrechnungsstelle der Süddeutschen Apotheken (VSA).

Wachstum – doch der Kern bleibt apothekereigen

Mit dem folgenden Wachstum verändert sich die Struktur. Anfang der 1980er Jahre betreut die VSA bereits über 4.000 Apotheken, Kundinnen und Kunden. 1983 wird der Geschäftsbetrieb in die VSA GmbH überführt. Eigentümer bleibt nach wie vor ein Verein von Apothekerinnen und Apothekern, der heutige FSA e. V., und bis heute gilt: NOVENTI ist zu 100 Prozent apothekereigen. Das ist kein Randdetail, sondern ein Unterschied im System. Entscheidungen werden nicht durch Investoren aus der Distanz getroffen, sondern gemeinsam an einem Tisch mit der Perspektive derjenigen, für die die Lösungen gemacht sind. 

Andreas Buck, Apotheker, 1. Vorsitzender
FSA e. V. und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender NOVENTI Health SE

In 125 Jahren hat sich viel verändert, aber eines blieb gleich: Es ist unser Unternehmen. Bei keinem anderen sind wir Apothekerinnen und Apotheker so nah dran. Das sehen wir als Verpflichtung, uns – wie die Gründer seinerzeit – dafür einzusetzen, dass die Heilberufe vor Ort von NOVENTI bestmöglich unterstützt werden. 

Mit der Deutschen Wiedervereinigung öffnet sich ein neues Kapitel. Im Herbst 1990 startet die VSA in den neuen Bundesländern – zunächst noch mit manueller Abrechnung, weil die damaligen Rezeptformulare der maschinellen Verarbeitung nicht standhalten würden. Ab 1991 ermöglichen das neue Krankenkassensystem und das einheitliche Rezeptblatt auch dort die elektronische Rezeptabrechnung. 

Parallel schreitet die Digitalisierung voran. Mitte der 1990er Jahre verlangen die Kostenträger digitale Rezeptbilder. Die VSA stellt auf Image-Processing um: Rezepte werden gescannt, maschinell ausgelesen, als digitale Bilder archiviert. Damit entstehen Services wie digitale Rezeptarchive und der Online-Zugriff auf Abrechnungsdaten – damals revolutionäre Bausteine dessen, was heute ganz selbstverständlich digital ist. 

Vom Abrechner zum Technologiemotor

Spätestens ab Ende der 1990er Jahre wird klar: Die Zukunft der Apotheken hängt nicht nur an der korrekten Abrechnung, sondern an integrierten, digitalen Prozessen. NOVENTI – damals noch als VSA-Gruppe – beginnt, diesen Weg konsequent zu gehen. 

1998 markiert den Einstieg in die Softwarewelt, zunächst mit der Übernahme von INFOPHARM, später von weiteren Warenwirtschaftssystemen. Es ist eine strategische Weichenstellung: Abrechnung und Warenwirtschaft wachsen zusammen, um Apotheken ganzheitlich zu unterstützen – von der Rezeptbelieferung bis ins Backoffice. 

Parallel wird das Portfolio erweitert: Mit der azh kommt Ende der 1990er Jahre die Abrechnung für Gesundheitsfachberufe hinzu – von Physio- und Ergotherapie über Sanitätshäuser bis hin zu Optikerinnen und Optikern. Bis heute ist sie eine der beiden Kernkundengruppen von NOVENTI. Aus einem spezialisierten Dienstleister für Apotheken wird Schritt für Schritt ein umfassendes Ökosystem für Leistungserbringende im Gesundheitswesen. 

2016 spannt die Gruppe schließlich den organisatorischen Bogen: Unter der neu gegründeten NOVENTI GmbH werden Abrechnung und IT gebündelt, weitere Rechenzentren kommen hinzu. Der Name NOVENTI steht nun für das, was in über einem Jahrhundert entstanden ist: der starke und verlässliche Partner für Apotheken und Gesundheitsfachberufe. 

Mark Böhm, Vorstandsvorsitzender
NOVENTI Health SE

Was vor 125 Jahren mit der Abrechnung begann, ist heute ein integriertes Technologie-Ökosystem, das ineinandergreift, damit Apotheken und Gesundheitsfachberufe ihren Alltag digital und zukunftssicher gestalten können. Unser Anspruch bleibt derselbe, egal ob Rezeptabrechnung oder Softwaresystem, heute oder in Zukunft: Wir sind der verlässliche Partner an ihrer Seite und gestalten das Gesundheitswesen mit klarem Blick nach vorn aktiv mit.

Fokussierung, Stabilisierung, erfolgreiche Sanierung

125 Jahre NOVENTI, 125 Jahre Unternehmertum sind keine lineare Erfolgsgeschichte – aber genau deshalb authentisch. 

2022 gerät das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage. Mit Mark Böhm und Frank Steimel als neuem Vorstand beginnt im Herbst 2022 ein Sanierungs- und Transformationsprogramm: „Fokussierung 2025“.

Die Grundidee: weniger Streuung, mehr Klarheit. NOVENTI konzentriert sich auf das, wofür das Unternehmen seit 1900 steht – die Kerngeschäftsfelder Rezeptabrechnung, Apothekenwarenwirtschaft und Branchensoftware. Softwarelinien werden bereinigt, Prozesse gestrafft, die Organisation zukunftsfähig neu aufgestellt. 

Und die Fokussierung zahlt sich aus: Nach drei intensiven Jahren steht 2025 – im Jubiläumsjahr – fest: Die Sanierung ist erfolgreich abgeschlossen. NOVENTI ist wieder auf Kurs, wirtschaftlich stabil und strategisch fokussiert. 

Kontinuität im Wandel: gemeinsam Gesundheit gestalten

Der Blick auf 125 Jahre NOVENTI zeigt einen klaren roten Faden:

  • 1900: Apotheker bündeln ihre Kräfte, um die Rezeptabrechnung in eigener Hand zu behalten.
  • 1967: Sie treiben die erste elektronische Rezeptabrechnung voran – aus Überzeugung, nicht aus Bequemlichkeit.
  • 1990er/2000er: Sie öffnen das System für Gesundheitsfachberufe, bauen Software aus, denken Prozesse digital.
  • 2022–2025: Sie stellen sich der Herausforderung, fokussieren, sanieren – und bleiben Eigentümer ihres Unternehmens.

NOVENTI ist nicht nur ein Abrechnungs- und IT-Dienstleister. NOVENTI ist Ausdruck eines Selbstverständnisses: Gesundheitsversorgung vor Ort braucht starke Partner wie NOVENTI, die Verantwortung übernehmen – wirtschaftlich, technologisch, strukturell. 

Oder, um es mit den Worten des heutigen Finanzvorstands Frank Steimel zu sagen: 

NOVENTI steht für Durchhaltevermögen. Für Relevanz. Für Leistung. Dafür, dass sich das Unternehmen immer wieder verändert, und dabei eine klare Haltung bewahrt, ganz im Sinne unserer Gründer und all unserer Kundinnen und Kunden.

 

125 Jahre NOVENTI sind nicht einfach ein Jubiläum. Sie sind eine Einladung, den nächsten Schritt zu gehen – Gemeinsam Gesundheit zu gestalten. 

Das sagen NOVENTI Mitarbeitende 125 Jahre NOVENTI

Sandra Graßl, Sachbearbeiterin Belegprüfung (Produktion)

125 Jahre NOVENTI bedeuten für mich langjährige Beständig- und Verlässlichkeit gegenüber unseren Kundinnen und Kunden und für mich persönlich mit meinem Team immer wieder neue Herausforderungen, die wir gemeistert haben. Mein Highlight in unserem Jubiläumsjahr war natürlich unsere 125-Jahr-Feier. Besonders hat es mich gefreut, Kolleginnen und Kollegen persönlich zu treffen, mit denen ich schon seit Jahren telefonisch oder per Mail Kontakt habe, aber bis dato noch nicht persönlich getroffen habe. Ein großes Danke dafür an das interne Organisationsteam – die „Feierwehr" – das eine unvergessliche Feier für uns alle auf die Beine gestellt hat!

Sebastian Strack, Abteilungsleiter Kundensysteme Heilmittel (Produktmanagement)

125 Jahre Beständigkeit und Innovationskraft: Unsere Stärke liegt darin, auf einem stabilen Fundament die Digitalisierung im Gesundheitswesen aktiv zu gestalten. Dazu passend war mein persönliches Highlight des Jubiläumsjahres die TI-Anbindung für unser Fokussystem NOVENTI Ora. Durch gebündeltes Knowhow haben wir gemeinsam eine moderne Lösung geschaffen, die ganzheitlich in die Versorgung integriert ist und einen echten Mehrwert für unsere Therapeutinnen und Therapeuten schafft.

Laurence Klopfer, Prozessmanagerin (Strategie)

Wer 125 Jahre erfolgreich besteht, hat Veränderung nicht gefürchtet, sondern aktiv gestaltet. Das Jubiläumsjahr markiert für mich den Beginn einer neuen Reise von NOVENTI hin zu einem prozessorientierten Denken und Handeln. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für die digitale Zukunft unseres Unternehmens, stärken die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und fördern eine noch stärkere Orientierung an Kundinnen und Kunden. Durch diese Reise lerne ich viele neue Kolleginnen und Kollegen kennen und gewinne ein immer besseres Verständnis für unser Unternehmen. Die Herausforderung ist groß - und genau das macht sie für mich so motivierend und spannend.

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Interview

Die NOVENTI Vorstände Mark Böhm und Frank Steimel blicken im Interview auf 125 Jahre Wandel und ihre Prioritäten für die Zukunft.
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Kundennähe als Haltung: Mit Beiräten, kundenzentrierten Produktlösungen und dem Innovationsprogramm KUNO2.0 rückt NOVENTI seine Kundinnen und Kunden noch stärker in den Fokus.

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Weniger Aufwand, mehr Entlastung: Wie NOVENTI mit dem E‑Rezept, der TI-Anbindung und KI in der Produktion die Zukunft des Gesundheitswesens gestaltet.
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