125 Jahre Vertrauen,
Wachstum und Innovation.
125 Jahre NOVENTI.
NOVENTI beginnt nicht als Unternehmen, sondern als mutige Idee – angetrieben von der Überzeugung, dass Apotheker ihre Prozesse selbst bestimmen müssen. Daraus wurde eine Erfolgsgeschichte von Menschen, die Kräfte vereinen, um unternehmerische Freiheit zu sichern. Mit Pioniergeist und Ausdauer schaffen sie 1900 das Fundament für das heutige Unternehmen NOVENTI, das durch technische Revolutionen, Marktumbrüche, eine erfolgreiche Sanierung und Transformation bis heute Generationen überdauert. 125 Jahre in der Wirtschaft erzählen eine Geschichte von Mut, Ausdauer und unerschütterlichem Fortschritt. Sie sind der Beweis dafür, dass die Idee von NOVENTI trägt. Hier ist unsere Geschichte:
Von verschnürten Rezeptpäckchen zur elektronischen Verrechnungsstelle
Lesezeit: 8 Minuten
Am 30. November 1900 lassen fünf engagierte Apotheker den „Verein der Apotheker Münchens e. V.“ ins Register eintragen. Ihr Ziel ist pragmatisch – und zugleich visionär: die zeitintensive manuelle Abrechnung von Rezepten gegenüber den Krankenkassen zu bündeln, zu vereinfachen und dabei in der Verantwortung der Apotheke zu belassen. Hier nahm der Weg von NOVENTI seinen erfolgreichen Anfang.
In den 1910er Jahren beginnt die flächendeckende Übernahme der Arzneimittelkosten durch Krankenkassen. In den 1920er Jahren tritt eine umfangreiche Reichsversicherungsordnung neu in Kraft – in einer Zeit, in der Rezepte noch von Hand addiert und Belege einzeln bei den Kassen eingereicht werden, schnellt der Verwaltungsaufwand der Apotheken exponentiell in die Höhe. Der Verein beginnt, die Rezeptpäckchen seiner Mitglieder einzusammeln und gebündelt weiterzuleiten. Was nach Verwaltung klingt, ist in Wahrheit ein mutiger Akt unternehmerischer Selbstbestimmung: Apotheken organisieren ihre Prozesse selbst – gemeinschaftlich, effizient, vorausschauend. Diese Grundhaltung prägt NOVENTI bis heute.
Mitte der 1950er Jahre übernahm die Verrechnungsstelle Münchner Apotheken (VMA), der organisatorische Vorläufer vom heutigen NOVENTI.
Holger Wessling
NOVENTI wurde von Visionären aufgebaut – mit Leidenschaft, Durchhaltevermögen und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse im Gesundheitswesen. Diese Haltung lebt bis heute weiter in allem, was wir tun.
Die erste technische Revolution: das Rechenzentrum der Apotheker
In den 1960er Jahren kündigt sich eine technische Revolution an: Die elektronische Datenverarbeitung hält Einzug. Krankenkassen und ihre Verbände wollen im Zuge dieser Entwicklung die Rezeptabrechnung an sich ziehen. Aber schon früh zeigt sich, dass es nicht um Technik allein geht, sondern um Verantwortung.
Willy Oehl, damals Geschäftsführer und maßgeblich treibende Kraft hinter der in Deutschland gerade beginnenden elektronischen Rezeptabrechnung, formuliert, was bis heute als Leitmotiv gilt: Die Abrechnung ist eine unserer ureigensten Aufgaben: „Das bleibt Sache der Apotheker”.
Die mit der elektronischen Abrechnung verbundenen Hürden waren allerdings gewaltig: Neben neuen, einheitlichen Rezeptstandards und Verträgen mit den Krankenkassen musste die gesamte Infrastruktur aus Codiergeräten, Beleglesern und Großrechnern erst finanziert und aufgebaut werden. Willy Oehl hatte zu der Zeit in in seinem Büro sogar ein Feldbett aufstellt, um Tag und Nacht erreichbar zu sein.
Mitte 1967 ist es so weit: Die Verrechnungsstelle der Bayerischen Apotheken (VBA) startet als erstes Rechenzentrum bundesweit mit der elektronischen Rezeptabrechnung mit hochspezialisierten Beleglesern. Bald schließen sich Apotheken aus Baden-Württemberg an, 1972 folgt die Umbenennung in Verrechnungsstelle der Süddeutschen Apotheken (VSA).
Wachstum – doch der Kern bleibt apothekereigen
Mit dem folgenden Wachstum verändert sich die Struktur. Anfang der 1980er Jahre betreut die VSA bereits über 4.000 Apotheken, Kundinnen und Kunden. 1983 wird der Geschäftsbetrieb in die VSA GmbH überführt. Eigentümer bleibt nach wie vor ein Verein von Apothekerinnen und Apothekern, der heutige FSA e. V., und bis heute gilt: NOVENTI ist zu 100 Prozent apothekereigen. Das ist kein Randdetail, sondern ein Unterschied im System. Entscheidungen werden nicht durch Investoren aus der Distanz getroffen, sondern gemeinsam an einem Tisch mit der Perspektive derjenigen, für die die Lösungen gemacht sind.
Andreas Buck
In 125 Jahren hat sich viel verändert, aber eines blieb gleich: Es ist unser Unternehmen. Bei keinem anderen sind wir Apothekerinnen und Apotheker so nah dran. Das sehen wir als Verpflichtung, uns – wie die Gründer seinerzeit – dafür einzusetzen, dass die Heilberufe vor Ort von NOVENTI bestmöglich unterstützt werden.
Mit der Deutschen Wiedervereinigung öffnet sich ein neues Kapitel. Im Herbst 1990 startet die VSA in den neuen Bundesländern – zunächst noch mit manueller Abrechnung, weil die damaligen Rezeptformulare der maschinellen Verarbeitung nicht standhalten würden. Ab 1991 ermöglichen das neue Krankenkassensystem und das einheitliche Rezeptblatt auch dort die elektronische Rezeptabrechnung.
Parallel schreitet die Digitalisierung voran. Mitte der 1990er Jahre verlangen die Kostenträger digitale Rezeptbilder. Die VSA stellt auf Image-Processing um: Rezepte werden gescannt, maschinell ausgelesen, als digitale Bilder archiviert. Damit entstehen Services wie digitale Rezeptarchive und der Online-Zugriff auf Abrechnungsdaten – damals revolutionäre Bausteine dessen, was heute ganz selbstverständlich digital ist.
Vom Abrechner zum Technologiemotor
Spätestens ab Ende der 1990er Jahre wird klar: Die Zukunft der Apotheken hängt nicht nur an der korrekten Abrechnung, sondern an integrierten, digitalen Prozessen. NOVENTI – damals noch als VSA-Gruppe – beginnt, diesen Weg konsequent zu gehen.
1998 markiert den Einstieg in die Softwarewelt, zunächst mit der Übernahme von INFOPHARM, später von weiteren Warenwirtschaftssystemen. Es ist eine strategische Weichenstellung: Abrechnung und Warenwirtschaft wachsen zusammen, um Apotheken ganzheitlich zu unterstützen – von der Rezeptbelieferung bis ins Backoffice.
Parallel wird das Portfolio erweitert: Mit der azh kommt Ende der 1990er Jahre die Abrechnung für Gesundheitsfachberufe hinzu – von Physio- und Ergotherapie über Sanitätshäuser bis hin zu Optikerinnen und Optikern. Bis heute ist sie eine der beiden Kernkundengruppen von NOVENTI. Aus einem spezialisierten Dienstleister für Apotheken wird Schritt für Schritt ein umfassendes Ökosystem für Leistungserbringende im Gesundheitswesen.
2016 spannt die Gruppe schließlich den organisatorischen Bogen: Unter der neu gegründeten NOVENTI GmbH werden Abrechnung und IT gebündelt, weitere Rechenzentren kommen hinzu. Der Name NOVENTI steht nun für das, was in über einem Jahrhundert entstanden ist: der starke und verlässliche Partner für Apotheken und Gesundheitsfachberufe.
Mark Böhm
Was vor 125 Jahren mit der Abrechnung begann, ist heute ein integriertes Technologie-Ökosystem, das ineinandergreift, damit Apotheken und Gesundheitsfachberufe ihren Alltag digital und zukunftssicher gestalten können. Unser Anspruch bleibt derselbe, egal ob Rezeptabrechnung oder Softwaresystem, heute oder in Zukunft: Wir sind der verlässliche Partner an ihrer Seite und gestalten das Gesundheitswesen mit klarem Blick nach vorn aktiv mit.
Fokussierung, Stabilisierung, erfolgreiche Sanierung
125 Jahre NOVENTI, 125 Jahre Unternehmertum sind keine lineare Erfolgsgeschichte – aber genau deshalb authentisch.
2022 gerät das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage. Mit Mark Böhm und Frank Steimel als neuem Vorstand beginnt im Herbst 2022 ein Sanierungs- und Transformationsprogramm: „Fokussierung 2025“.
Die Grundidee: weniger Streuung, mehr Klarheit. NOVENTI konzentriert sich auf das, wofür das Unternehmen seit 1900 steht – die Kerngeschäftsfelder Rezeptabrechnung, Apothekenwarenwirtschaft und Branchensoftware. Softwarelinien werden bereinigt, Prozesse gestrafft, die Organisation zukunftsfähig neu aufgestellt.
Und die Fokussierung zahlt sich aus: Nach drei intensiven Jahren steht 2025 – im Jubiläumsjahr – fest: Die Sanierung ist erfolgreich abgeschlossen. NOVENTI ist wieder auf Kurs, wirtschaftlich stabil und strategisch fokussiert.
Kontinuität im Wandel: gemeinsam Gesundheit gestalten
Der Blick auf 125 Jahre NOVENTI zeigt einen klaren roten Faden:
- 1900: Apotheker bündeln ihre Kräfte, um die Rezeptabrechnung in eigener Hand zu behalten.
- 1967: Sie treiben die erste elektronische Rezeptabrechnung voran – aus Überzeugung, nicht aus Bequemlichkeit.
- 1990er/2000er: Sie öffnen das System für Gesundheitsfachberufe, bauen Software aus, denken Prozesse digital.
- 2022–2025: Sie stellen sich der Herausforderung, fokussieren, sanieren – und bleiben Eigentümer ihres Unternehmens.
NOVENTI ist nicht nur ein Abrechnungs- und IT-Dienstleister. NOVENTI ist Ausdruck eines Selbstverständnisses: Gesundheitsversorgung vor Ort braucht starke Partner wie NOVENTI, die Verantwortung übernehmen – wirtschaftlich, technologisch, strukturell.
Oder, um es mit den Worten des heutigen Finanzvorstands Frank Steimel zu sagen:
NOVENTI steht für Durchhaltevermögen. Für Relevanz. Für Leistung. Dafür, dass sich das Unternehmen immer wieder verändert, und dabei eine klare Haltung bewahrt, ganz im Sinne unserer Gründer und all unserer Kundinnen und Kunden.
125 Jahre NOVENTI sind nicht einfach ein Jubiläum. Sie sind eine Einladung, den nächsten Schritt zu gehen – Gemeinsam Gesundheit zu gestalten.
Das sagen NOVENTI Mitarbeitende 125 Jahre NOVENTI
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