
Die elektronische Patientenakte (ePA)
05.06.2026Lesedauer: 8 Min.
Relevant für: Heilmittel
Ist die elektronische Patientenakte tatsächlich ein Gamechanger für die Gesundheitsversorgung? Wer kann die ePA aktuell eigentlich nutzen? Welche Vorteile gibt es? Ist die ePA auch für Gesundheitsfachberufe aus dem Bereich Heilmittel schon ein Thema? Der Artikel und unser kompakter Praxisleitfaden liefern Antworten auf diese und weitere Fragen.

ePA kompakt
Erfahren Sie in unserem Leitfaden unkompliziert und kurz zusammengefasst, was Heilmittelpraxen über die elektronische Patientenakte wissen müssen.
Was ist die ePA und wer kann sie nutzen?
Die elektronische Patientenakte (ePA) ist ein digitaler Speicherort für alle medizinisch relevanten Informationen und stellt seit ihrem Start am 15. Januar 2025 einen Meilenstein in der Gesundheitsversorgung dar. Sie ist für Versicherte freiwillig nutzbar und wurde allen Versicherten, die nicht aktiv widersprochen haben, automatisch zur Verfügung gestellt. In der ePA 3.0 können medizinische Informationen wie Medikationslistenpläne (zunächst Medikationslisten), elektronische Arztbriefe, elektronische Untersuchungshefte für Kinder oder Daten zur pflegerischen Versorgung und/oder Diagnosen gespeichert und verwaltet werden.
Nachdem die ePA zu Beginn in einigen Modellregionen getestet wurde, sind Apotheken, Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Krankenhäuser und Praxen als Einrichtungen der vertragsärztlichen Versorgung seit dem 01. Oktober 2025 verpflichtet, die ePA zu nutzen. Auch für die Bereiche Physiotherapie, Logopädie, Podologie und Ergotherapie birgt sie in Zukunft zahlreiche Vorteile, die den Alltag erleichtern und die Qualität der Behandlung maßgeblich verbessern werden.
Voraussetzung für die Nutzung der ePA ist neben einer Praxisverwaltungssoftware der Zugang und damit die Installation derTelematikinfrastruktur.
Welche Rahmenbedingungen gelten aktuell für den Heilmittelbereich?
Da die verpflichtende Anbindung an die Telematikinfrastruktur im Heilmittelbereich auf den 01. Oktober 2027 verschoben wurde, wird dieser in Stufen an die ePA angeschlossen. Zunächst können die Praxen Daten lesen, bevor sie in einer späteren Ausbaustufe auch Dokumente hochladen dürfen. Aktuell gilt:
- Der Lesezugriff erfolgt über die elektronische Gesundheitskarte oder eine Freigabe der Patientinnen und Patienten.
- Der Zugriff gilt für 90 Tage und kann bei Bedarf verlängert werden.
- Der Upload von Befund- oder Therapiedaten ist ab 2027 geplant.
- Technische Voraussetzungen sind der Institutionsausweis (SMC-B), der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) sowie eine TI-Anbindung über eine zertifizierte Praxissoftware wie NOVENTI Ora.
Die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie: Ein umfassender Patientenüberblick
Mit der ePA steht Therapeutinnen und Therapeuten perspektivisch ein umfassender Überblick über die medizinische Vorgeschichte ihrer Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Alle relevanten Informationen, von Diagnosen über Medikamentenpläne bis hin zu früheren Behandlungen, werden zentral gespeichert und jederzeit abrufbar sein. Dies ermöglicht eine präzise Anamnese und eine individuelle Therapieplanung.
- Chronische Erkrankungen im Blick: Langwierige Erkrankungen wie beispielsweise Rückenprobleme, Schluckbeschwerden oder diabetisches Fußsyndrom können besser verstanden und behandelt werden, wenn der gesamte Krankheitsverlauf nachvollziehbar ist.
- Allergien und Unverträglichkeiten: Durch die Kenntnis von Allergien und Unverträglichkeiten können Risiken während der Behandlung minimiert werden.
Effiziente Therapieplanung und -durchführung
Die ePA unterstützt Therapierende dabei, ihre Behandlungen noch gezielter und effektiver zu gestalten.
- Individuelle Therapieziele: Dank der detaillierten Informationen können Therapieziele präzise definiert und Behandlungspläne individuell angepasst werden.
- Vermeidung von Doppeluntersuchungen: Da bereits durchgeführte Untersuchungen und Befunde in der ePA dokumentiert sind, können unnötige Wiederholungen vermieden werden.
- Bessere Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen: Die ePA erleichtert die Kommunikation und den Austausch von Informationen mit Ärztinnen und Ärzten, anderen Therapierenden und Pflegepersonal. Dies führt zu einer besseren Koordination der Behandlung und einer höheren Behandlungssicherheit.
Zeit sparen und die Qualität steigern durch digitale Dokumentation
Die digitale Dokumentation in der ePA bietet zahlreiche Vorteile für Physiotherapeutinnen und -therapeuten.
- Qualitätssicherung: Durch die standardisierte Dokumentation können Behandlungsabläufe optimiert und die Qualität der Therapie kontinuierlich verbessert werden.
- Rechtssicherheit: Eine lückenlose Dokumentation schützt vor möglichen Haftungsansprüchen.
Höhere Patientenzufriedenheit durch Transparenz und Kontinuität
Die ePA trägt dazu bei, die Patientenzufriedenheit zu steigern.
- Transparente Kommunikation: Patientinnen und Patienten können aktiv in die Therapieplanung einbezogen werden, da sie über ihre Daten informiert sind.
- Kontinuierliche Betreuung: Auch bei einem Wechsel von Therapeutin, Therapeut oder einer Praxis kann die Behandlung nahtlos fortgeführt werden, da alle relevanten Informationen in der ePA gespeichert sind.
Ein zukünftig unschlagbares Team: ePA und Praxisverwaltungssoftware
Die Kombination der ePA mit einer modernen Praxisverwaltungssoftware bietet zahlreiche Synergien.
- Zentrale Datenverwaltung: Alle Patientendaten sind an einem Ort gespeichert und können einfach verwaltet werden.
- Automatische Übertragung: Daten werden künftig automatisch zwischen der ePA und der Praxisverwaltungssoftware synchronisiert, was manuelle Eingaben überflüssig macht.
- Einfacher Austausch: Die ePA erleichtert die Kommunikation zwischen verschiedenen medizinischen Einrichtungen, indem sie den Austausch von Patientendaten beschleunigt.
- Erhebliche Zeitersparnis: Praxen sparen Zeit bei der manuellen Erfassung und Verwaltung von Gesundheitsinformationen.
Fazit
Die elektronische Patientenakte wird zukünftig ein mächtiges Werkzeug für Praxen. Sie ermöglicht eine effizientere Arbeitsweise, eine höhere Behandlungsqualität und eine bessere Patientenzufriedenheit. Durch die Kombination mit einer Praxisverwaltungssoftware können Praxen ihre Prozesse optimieren und sich zukunftsfähig aufstellen.
Ist Ihre Praxis bereit für die Digitalisierung?
Zögern Sie nicht und informieren Sie sich über die Möglichkeiten, die die ePA und eine moderne Praxisverwaltungssoftware für Ihre Praxis bieten. Investieren Sie in Ihre Zukunft und steigern Sie den Erfolg Ihrer Praxis! Lassen Sie sich von einer Expertin oder einem Experten beraten, welche Praxisverwaltungssoftware am besten zu Ihren Anforderungen passt.

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Susanne Schneider
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