
Telematikinfrastruktur im Praxisalltag
29.01.2024Lesedauer:8 Min.
Relevant für: Heilmittel, Hilfsmittel, Pflege
Die Telematikinfrastruktur (TI) soll zukünftig alle Akteure des Gesundheitswesens miteinander verbinden und ist die technische Grundlage für die Digitalisierung.
Papierbasierte Prozesse durch digitale Verfahren ablösen
Im Digitalen Versorgungsgesetz (DVG) wurde die Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) durch die gematik GmbH beschlossen, um sukzessiv die bisherigen papierbasierten Prozesse durch digitale Verfahren abzulösen.
Die gematik GmbH wurde 2005 von den Spitzenorganisationen im deutschen Gesundheitswesen gegründet. Sie trägt die Gesamtverantwortung für die TI.
Mit der Einführung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens geschafft. Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser sowie freiwillig manche Hebammen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sind bereits erfolgreich an die TI angebunden. Umfragen* zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sich wünscht, die Services eines digitalisierten Gesundheitswesens nutzen zu können.
Wie sieht es mit der Telematikinfrastruktur im Praxisalltag in der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und weiterer Leistungserbringer aus den Bereichen Heilmittel, Hilfsmittel und ambulanter Krankenpflege aus?
Wann ist eine Anbindung verpflichtend?
Was ist zu beachten?
Rund um die TI ergeben sich eine Vielzahl von Fragen…
Was ist die Telematikinfrastruktur?
Die Telematikinfrastruktur ist ein eigenes, digitales Netzwerk zum Informationsaustausch und fester Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens. Sie gewährleistet eine sichere, vernetzte und abgestimmte Kommunikation zwischen allen Akteure auf dem Gesundheitsmarkt. Heimittelerbringer und alle anderen Akteure sollen sukzessive bis 1. Januar 2026 angeschlossen werden.
Die Teilnahme wird für alle Heil- und Hilfsmittelerbringer nach dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) verpflichtend.
Vorteile TI für Gesundheitsfachberufe
Als geschlossenes Netz haben nur registrierte Nutzerinnen und Nutzer (Personen oder Institutionen) Zugang zum digitalen Netzwerk.
Man kann die TI auch als Datenautobahn des Gesundheitswesens verstehen.
- Datensicherheit: Aufgrund der hohen Datensicherheitsanforderungen dürfen nur geprüfte, zugelassene Akteure auf dieses Netzwerk zugreifen.
- Patientenversorgung: Die TI ermöglicht eine moderne, sektorübergreifende Patientenversorgung.
- Informationssicherheit: Medizinische Informationen und valide Daten, die für die Behandlung von Patientinnen und Patienten unabdingbar sind, werden so schneller und einfacher über die elektronische Patientenakte (ePA) verfügbar.
- Abrechnungsprozess: Die teils mühsame Abrechnung mit den Krankenkassen soll erheblich erleichtert werden.
Zeitplan Telematikinfrastruktur
Bereits seit dem 1. Juli 2021 besteht für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Hebammen und Geburtshelfer sowie Pflegedienste die Möglichkeit zur freiwilligen Anbindung. Schon heute Teilnehmerinnen und Teilnehmer der TI sind:
- Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
- Ärztinnen und Ärzte
- Zahnärztinnen und Zahnärzte
- Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
- Krankenhäuser
- Apotheken
- Krankenkassen
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Voraussetzungen der TI
Um die Telematikinfrastruktur nutzen zu können, werden verschiedene Komponenten und Dienste benötigt, die von der gematik für den Einsatz in der TI zugelassen sein müssen. Diese teilen sich auf in technische Grundausstattung (Hardware und Software) sowie unterschiedliche Zertifizierungen.
Die technische TI-Grundausstattung im Überblick:
- Konnektor (physisch vor Ort oder sicher und wartungsfrei über ein Rechenzentrum)
- Stationäre E-Health-Kartenterminals
- TI-kompatible Praxissoftware für die Verknüpfung mit dem Praxismanagement (z. B. NOVENTI Ora)
- VPN-Zugangsdienst
- Leistungsfähiger Internetanschluss
Diese Zertifizierungen benötigen Heilmittel-Berufe:
- Registrierung beim elektronischen Gesundheitsberufsregister (eGBR)
- Freigeschaltete Institutionskarte (SMC-B)
- Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)
TI-Partner und technischer Service
Noch ist die Anbindung an die Telematikinfrastruktur für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und andere Gesundheitsfachberufe freiwillig.
Mit einem zuverlässigen und zukunftssicheren Partner können Gesundheitsakteure sich vorbereiten und den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg wählen.
Durch die Planung und Umsetzung relevanter Pilotprojekte für TI und E-Rezept für Apotheken, hat NOVENTI bereits Erfahrungen und Kompetenzen entlang des gesamten Prozesses entwickelt. Von der elektronischen Verordnung durch einen Arzt bis hin zur Übertragung dieser Daten vom Patientinnen und Patienten an den Leistungserbringer und der anschließenden Abrechnung. Hier wurden verschiedene Varianten entwickelt, getestet und erfolgreich umgesetzt.
Auch für die individuellen Prozesse aus den Bereichen Heilmittel, Hilfsmittel und Pflege wurden ergänzende Konzeptionen und Vorgehensweisen entwickelt, welche bereits in 2019 an das BMG zur Abstimmung weitergeleitet wurden. Teile der Ausschreibung der gematik zum Thema technische Grundlagen/Rezeptspeicher für das E-Rezept wurden an IBM vergeben.
NOVENTI ist bereits aktiv dabei, den gesamten Apothekenmarkt mit der Anbindung an die TI Infrastruktur zu versorgen.
So gelingt Ihre TI-Anbindung ohne Stolpersteine
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Susanne Schneider
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