Durchschnittlicher Rezeptwert bei 102,60 €, Papierrezepte teurer als E-Rezepte
Am meisten verschrieben: Medikamente für Herz-Kreislauf, Nervensystem sowie Verdauung & Stoffwechsel
2025 hat NOVENTI 174 Mio. E-Rezepte abgerechnet, E-Rezept-Quote bei über 80 %
Anteil hochpreisiger Medikamente steigt 2025 auf 45 %
München, 19. März 2026 – Während Standardmedikamente wie Blutdruck- und Cholesterinsenker auf fast jedem dritten Rezept zu finden sind, wird der Großteil der Gesundheitskosten durch hochpreisige Arzneimittel wie Immunsuppressiva oder Krebsmedikamente verursacht. Dies ergab eine umfassende Analyse von NOVENTI, einem führenden Unternehmen für Rezeptabrechnung im deutschen Gesundheitsmarkt. NOVENTI rechnete im vergangenen Jahr über 174 Mio. E-Rezepte ab; das ist rund ein Drittel aller E-Rezepte in Deutschland. Im Schnitt waren über 80 % aller bei NOVENTI abgerechneten Rezepte elektronisch.
Auf fast jedem dritten Rezept: Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen die Statistik für Todesursachen in Deutschland an[1], was sich 2025 auch auf den eingelösten Rezepten in Apotheken widerspiegelt: Arzneimittel für kardiovaskuläre Erkrankungen gehören zu den häufigsten Medikamenten, die abgerechnet wurden. Sie machen knapp unter einem Drittel aller Verschreibungen in den Apotheken aus (2025: 28,5 %; 2022: 28,6 %). Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind neben einer medikamentösen Behandlung präventive Maßnahmen entscheidend. Hier unterstützen die Vor-Ort-Apotheken mit niederschwelligen Angeboten wie pharmazeutischen Dienstleistungen („pDL“) – dazu zählen u. a. Blutdruckmessungen. Auf dem zweiten Platz folgen Medikamente, die auf das Nervensystem wirken, wie Schmerzmittel oder Analgetika (2025: 16,8 %; 1. HJ 2022: 16,6 %) – als Begleitmedikamente sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Medikationspläne. Mit rd. 12,2 % Anteil wurden 2025 Medikamente für den Verdauungstrakt und Stoffwechsel am dritthäufigsten verschrieben (2022: 11,9 %).
Durchschnittlicher Bruttorezeptwert rückläufig, Papierrezepte teurer als E-Rezepte
Der durchschnittliche Bruttorezeptwert lag im Jahr 2025 bei 102,60 € – das ist der Gesamtpreis eines Rezepts, also aller verordneten Medikamente, bevor Herstellerrabatte, Patientenzuzahlungen oder Apothekenabschläge berücksichtigt sind. 2022 lag dieser noch bei 119,99 €, allerdings ist dieser Rückgang auf einen statistischen Effekt im Rahmen der E-Rezept-Einführung zurückzuführen. Denn während ein Papierrezept bis zu drei Verordnungen enthalten kann, ist auf einem E-Rezept immer nur eine Verordnung aufgeführt. Steigt der Anteil an E-Rezepten, dann werden auch zwangsläufig mehr Rezepte insgesamt eingeführt und der Bruttorezeptwert sinkt.
Bei NOVENTI ist der Anteil von E-Rezepten weiter steigend: 2025 lag dieser im Schnitt bei über 80 %, 2024 noch bei knapp 75 %. Papierrezepte sind mit einem verschriebenen Durchschnittswert von 230,90 € (2024: 190,36 €) nach wie vor deutlich teurer als E-Rezepte mit durchschnittlich 73,53 € (2024: 65,60 €). Von den verschriebenen Medikamenten waren immunmodulierende Mittel am teuersten (1.723,05 € pro Rezept; 2022: 1.664,92 €). Diese werden unter anderem zur Therapie von Autoimmunerkrankungen eingesetzt.
Hochpreisige Medikamente treiben die Gesamtkosten
Die Datenanalyse von NOVENTI zeigt, dass Hochpreiser (hier: Rezepte mit einem Wert höher als 1.200 €) über die vergangenen Jahre bei geringen Verschreibungszahlen einen immer größer werdenden Anteil der Gesamtkosten darstellen. 2022 machten diese noch knapp 40,6 % aller bei NOVENTI eingereichten Rezepte aus, während es 2025 bereits 45,7 % waren – ein Anstieg von mehr als 5 % in drei Jahren. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Einzelverordnungswert von Hochpreiser-Rezepten angestiegen: Dieser lag 2025 bei 3.532,13 €, 2022 noch bei 3.296,28 € – eine Steigerung von über 7 %.
Für Apotheken ist Liquiditätsmanagement wichtiger denn je
Mark Böhm, Vorstandsvorsitzender NOVENTI Health SE: „Die Entwicklungen im Arzneimittelmarkt erfordern von Apothekerinnen und Apothekern mehr denn je strategische Planung und Flexibilität. Denn die Finanzierung von hochpreisigen Medikamenten kann für Apotheken schnell zur Belastungsprobe für die eigene Liquidität werden. Wir unterstützen sie mit unseren Produkten dabei, finanzielle Stabilität zu bewahren und so die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.“
Der Trend zu hochpreisigen Medikamenten sowie der hohe Bedarf an Herz-Kreislauf- und Diabetesmedikamenten bedeuten für Apothekeninhaberinnen und -inhaber, dass sie eine stärkere finanzielle Belastung bei der Lagerhaltung und im Liquiditätsmanagement bewältigen müssen. Eine flexible Lösung wie der NOVENTI cashManager ist entscheidend, um diese Herausforderungen zu meistern. Mit ihr gewinnen Apotheken in einem dynamischen Markumfeld Liquidität auf Knopfdruck, die zum Beispiel für bessere Großhandelskonditionen oder Investitionen genutzt werden kann.
Datenbasis:
Alle Aussagen und präsentierten Informationen basieren auf den Abrechnungsdaten von NOVENTI aus den Jahren 2022 bis 2025. NOVENTI rechnete 2025 über 174 Mio. E-Rezepte ab. Für die Analyse wurden neben E-Rezepten auch Papierrezepte einbezogen. Die Daten sind nach dem international anerkannten ATC-Code-System für Arzneimittel und Arzneistoffe (Anatomisch-Therapeutisch-Chemisches Klassifikationssystem) geclustert, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt und gepflegt wird.
Alle Informationen zum NOVENTI Rezept Report 2025 gibt es auf: www.noventi.de/noventi-data-hub
[1] Quelle: Statistisches Bundesamt (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html)