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Branchenstandard für Warenwirtschaftssysteme

pro AvO fordert gemeinsame Web-Schnittstelle für alle Apotheken vor Ort.

Die Einführung des E-Rezepts im kommenden Jahr wird die Apothekenwelt nachhaltig verändern. Damit die Apotheke vor Ort und der Patient gleichermaßen von dieser Entwicklung profitieren, bedarf es eines Branchenstandards für eine digitale Plattform-Schnittstelle, an die alle Warenwirtschaftssysteme der Apotheken angeschlossen werden können. pro AvO fordert im Sinne der Interoperabilität einen solchen gemeinsamen Standard. Dazu ist pro AvO bereits im Gespräch mit dem ADAS und unterstützt dessen Initiative, eine einheitliche Schnittstelle zu entwickeln.

E-Rezept wird Verhalten der Apothekenkunden nachhaltig verändern
Aktuell werden Rezepte fast ausschließlich persönlich vom Kunden in der Apotheke vor Ort eingelöst. Mit der Einführung des E-Rezepts ist davon auszugehen, dass sich das Patientenverhalten ändern und die Anzahl der elektronischen Übersendungen des Rezepts in die Apotheken signifikant steigen wird.

Um am wachsenden Online-Kanal teilhaben zu können, müssen die Apotheken vor Ort ebenfalls digital erreichbar sein. Dabei werden sich die Lösungen durchsetzen, die über eine direkte Anbindung an die Warenwirtschaft der Apotheke verfügen. Denn nur wenn der Apothekenkunde sicher sein kann, dass das bestellte Präparat auch tatsächlich verfügbar ist und für ihn bereitliegt, wird er auch sofort bestellen und bezahlen. Und auch in den Apotheken werden Online-Bestellungen nur dann wirtschaftlich bearbeitet werden können, wenn sie ohne großen Aufwand direkt in die Warenwirtschaft einfließen.

Interoperabilität: Schnittstellen zur Warenwirtschaft müssen vollständig offen sein
Um die Warenwirtschaften an die neuen digitalen Bestell-Kanäle anschließen zu können, müssen jedoch vollständig offene Schnittstellen entwickelt werden, die auch einen effektiven Datenaustausch zwischen den E-Commerce-Angeboten der verschiedenen Softwarehersteller sicherstellen. Nur so können Apotheken und Endkunden unabhängig von der eingesetzten Apotheken-Software übergreifend kommunizieren. Und nur mit dieser Interoperabilität der Systeme können die stationären Apotheken sowie Patienten von übergreifenden digitalen Plattformangeboten profitieren.

„Die Apotheken erwarten von Ihren Lieferanten und Dienstleistern, dass sie ihnen die Instrumente zur Verfügung stellen, mit denen sie vom E-Rezept profitieren“, so Peter Menk, Geschäftsführer von pro AvO. „Deshalb brauchen wir jetzt einen Branchenstandard für eine gemeinsame Plattform-Schnittstelle, die alle Warenwirtschaften der Apotheken an die bestehenden Online-Shops – aber vor allem auch an die neuen Plattform-Lösungen – anbindet und dabei alle Anforderungen an die Datenschutzgrundverordnung berücksichtigt.“

ADAS als richtige Instanz zur Definition der gemeinsamen Schnittstelle
Der ADAS (Bundesverband der Deutscher Apotheken-Softwarehäuser) hat als Zusammenschluss führender deutscher Softwareunternehmen im Apothekenmarkt das Ziel, die Interoperabilität der verschiedenen Softwaresysteme von Apotheken zu fördern. pro AvO unterstützt daher die Initiative des ADAS, eine einheitliche Schnittstelle zu entwickeln.

„Alle Initiativen sollten für alle Apotheken offen sein. Um jetzt nicht wertvolle Zeit in einem Wettbewerb der Plattform-Initiativen zu verlieren, sollten wir uns deshalb alle an einen Tisch setzen und den Anschluss über eine gemeinsame Branchenschnittstelle erarbeiten. Wir möchten unsere Schnittstellen für alle Apotheken öffnen und sind dazu bereits im Gespräch mit dem ADAS. Wir fordern auch alle anderen digitalen Brancheninitiativen und alle Softwarehäuser auf, den ADAS darin zu unterstützen, schnellstmöglich gemeinsam den Branchenstandard zu definieren“, so Peter Menk.